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Sonntag, 12. Juni 2011

EnBW baut Windkraftsegment aus

Die Energiekonzerne haben sich auf den Ausstieg aus der Kernenergie schon seit Jahren vorbereitet. Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG hat in den letzten zweieinhalb Jahren ihre Erzeugung aus Windkraft auf rund 160 Megawatt mehr als verfünffacht und verstärkt ihre Aktivitäten im Bereich Onshore-Windkraft in Baden-Württemberg. "Aufgrund der in Baden-Württemberg bisher zurückhaltenden Ausweisungspraxis von geeigneten Vorranggebieten für Windkraftanlagen erfolgte dieser Ausbau außerhalb des Landes." (IndustrieTreff, 12.06.2011)

Um das Ziel der Landesregierung, dass in Baden-Württemberg bis 2020 zehn Prozent des Stromverbrauchs aus Windkraft erzeugt werden sollen, einhalten zu können, hält die EnBW die angekündigten planungsrechtlichen Änderungen sowie eine bessere Vergütung für Windenergieanlagen, insbesondere im Binnenland im Rahmen der aktuellen Novellierung des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG), für erforderlich. "Windkraft ist bereits ein elementarer Bestandteil unseres Ausbaus der Erneuerbaren Energien."

EnBW betreibt bisher bundesweit 21 Windparks und will weiter wachsen. Der Vorstandsvorsitzender der EnBW, Hans-Peter Villis, kündigte an, dass sich die EnBW hierzu zunehmend selbst in der Projektentwicklung engagieren werde.

Donnerstag, 5. Mai 2011

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) stärkt Konzerne

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird die Weichen dafür stellen, wer im Land den Ton angibt, wenn es um die Aufteilung des Marktes für erneuerbaren Energien geht. Es liegt ein interner Entwurf des EEG-Erfahrungsberichts vom 3. Mai und ein Eckpunktepapier zur EEG-Novelle vor, auf das sich SpiegelOnline bezieht: Das EEG wird z.Z. angepasst; E.on, RWE & Co, die sich schon seit Jahren auf den Wandel eingerichtet haben, erhalten zusätzliche Vergünstigungen. Kleine und mittelständische Unternehmen bangen um ihre Existenz und revoltieren gegen die EEG-Novelle. Aber sie haben schlechte Karten, denn ohne die Energieriesen ist der schnelle Umstieg auf erneuerbare Energie, wenn überhaupt, nicht zu schaffen. ("Stromrevolution Öko-Zukunftsplan bevorzugt die Konzerne", SpiegelOnline, 5.5.11)

Dienstag, 3. Mai 2011

Greenpeace - Wegbereiter für Energiekonzerne

Unter der Absatz-Überschrift "Es geht auch anders" legt Greenpeace dem Energieriesen RWE nahe, sein Geld zukünftig mit erneuerbarer Energie (Kernenergie ausgenommen), zu verdienen. Greenpeace:
"RWE hat das Potential, einer der Player der Energiewende zu werden."
Greenpeace appelliert an den Konzern: Als finanzstarkes Großunternehmen könne es zum Beispiel in Offshore-Windparks investieren.
Wer sonst sollte sich diesen Markt einverleiben, wenn es mit den alten AKW und Kohle kein Geld mehr zu verdienen gibt, als die Energieriesen? Viele Anhänger von Atomkraft-nein-danke reiben sich verwundert die Augen, dass Bundeskanzlerin Merkel und nicht einer der ihren den ersten deutschen Ostsee-Windpark in Betrieb nimmt und für die Energiewende wirbt, weil sie der Greenpeace-Organisation aufs Wort glauben, wenn sie schreibt "Typisch RWE - wie Energiekonzerne Deutschland blockieren". Greenpeace pflegt hier besten Bildzeitungs-Stil und nutzt die Verwirrung der Atomkraft-Gegner schamlos aus, die Kernkraft mit "bösen", unwilligen Energieriesen in Verbindung bringen. Die Energieriesen hatten den neuen Markt schon längst abgecheckt und den Ausstieg nur hinausgezögert, weil die finanziellen Vorteile nicht groß genug waren. Das hat sich jetzt grundlegend geändert.
Greenpeace hat dabei geholfen. Es geht Greenpeace nicht um gesellschaftliche Alternativen, z.B. um die Schaffung vieler kleiner, dezentraler Einrichtungen, auf die viele der Atomkraft-Gegner hoffen. Greenpeace setzt auf auf die Konzerne, weil die über die notwendigen Finanzmittel verfügen.
Noch vor wenigen Monaten gab es in der Bevölkerung heftige Widerstände gegen Windkraftwerke, aber mit Fukushima war plötzlich alles anders: Fukushima bot die Grundlage für die beste PR aller Zeiten - Fukushima sells. Und die Gunst der Stunde haben grüne Konzernberater und die Konzerne genutzt.

Den Ostsee-Windpark rund 16 Kilometer vor der Halbinsel Darß/Zingst hatte EnBW vor drei Jahren gekauft. Ein weiterer, viermal so großer Offshore-Windpark (Baltic 2 vor Rügen) ist geplant. Und dabei hat EnBW im Unterschied zu den anderen Energiekonzernen RWE, Eon und Vattenfall das Thema Offshore-Windenergie als letzter für sich entdeckt.

Die entscheidende Frage aber ist: Sind Windkrafträder und Solarenergie wirklich die beste Wahl, um den Energiebedarf unseres Landes weitestgehend zu decken, oder sind sie nichts anderes als ein gigantisches Maschmeyer-Syndrom?