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Mittwoch, 15. Juni 2011

Ohne Versicherung keine Investoren, ohne Investoren keine Windkraftanlagen.

Am 14.06.11 veröffentlichte Greenpeace einen interessanten Artikel von Karin Finkenzeller, dpa München (dpa)
"Die Windräder draußen im Meer sollen nach den Plänen der Bundesregierung eine tragende Rolle bei der Energiewende spielen", schreibt sie. Greenpeace hätte hinzufügen können, dass dies auch nach dem Willen von Greenpeace und der Grünen geschehe. Aber es könnte ja sein, dass es langsam angebracht ist, auf Distanz zu den Folgen des Ausstiegsbeschlusses zu gehen, der, wie alle wissen, viel zu spontan, zu schnell, unüberlegt und voller Ungereimtheiten ist. Die Illusion von den sicheren Windkrafträdern könnte schneller zerplatzen, als es sich deren Befürworter befürchtet haben, z.B. an dem Versicherungsproblem.

Freitag, 20. Mai 2011

Preise für Energie aus Windkraftanlagen sind nicht seriös zu berechnen.

Siemens ist im Offshore-Bereich rein mengenmäßig der größte Windrad-Produzent der Welt (Fairley, Peter: Windkraft ohne Umweg, in: Technology Review, 29.04.10). Von den weltweit installierten 158 Gigawatt Windenergie entfielen 2009 schätzungsweise 86 Prozent auf Anlagen mit Getrieben.
Aber diese Anlagen erweisen sich als problematisch: Der dänische Hersteller Vestas hatte sämtliche Generatoren in den 30 Windrädern des Offshore-Parks Kentish Flats in Großbritannien nach nur zwei Jahren austauschen müssen. Das größte amerikanische Forschungsinstitut für Erneuerbare Energien, das National Renewable Energy Laboratory (NREL) kam zu dem Ergebnis, dass die meisten Windrad-Getriebe „deutlich kürzer“ als die 20 Betriebsjahre halten, für die sie ausgelegt sind.
Siemens setzt nun auf Direktantriebe, die im Vergleich mit der herkömmlichen Getriebetechnik zuverlässiger sind, außerdem nur halb so viele Bauteile wie Getriebe-Turbinen enthalten und leichter zu warten sind. Siemens verspricht sich von den Direktantrieben niedrigere Kosten und höhere Energieausbeute. Mit Direktantrieb, so das Credo, "werden Windräder wettbewerbsfähiger“.
Der Haken an den Direktantrieben habe denn auch nichts mit ihrer Konstruktion zu tun, sondern mit einer potenziellen Rohstoffverknappung.
"Denn für die Permanent-Magnete sind Metalle der so genannten Seltenen Erden nötig, zum Beispiel Neodym, das in Neodym-Eisen-Bor-Magneten steckt. 95 Prozent des Angebots an seltenen Metallen kommen derzeit aus China. Dies so wie der zunehmende Bedarf an den seltenen Metallen auch in anderen Hightech-Feldern könnte Permanent-Magneten zum knappen und teuren Gut machen."

Merkwürdig ist, dass Stiesdal, Technikleiter der Windkraft-Sparte von Siemens, in der Abhängigkeit von seltenen Erden ein "ernsthaftes Problem“ sieht, Greenpeace aber nicht.
Und dies ist nicht nur eine Frage unkalkulierbarer Preise, sondern der zur Verfügung stehenden Rohstoffe: Was es nicht gibt, kann man auch nicht kaufen.
Windkraftanlagen mit Direktantrieb gibt es schon seit fast 20 Jahren, aber sie konnten sich bisher nicht durchsetzen. Wie lässt sich der plötzliche Boom erklären?
2010 erlebte die Windenergiebranche erstmals eine Flaute, 2011 sollte es wieder bergauf gehen (Nachricht vom 5.1.2011). "Viele Anlagenbauer weltweit hatten in Erwartung eines anhaltenden Zuwachses ihre Produktion ausgebaut. Durch die Entwicklung verschärft sich nun aber der Wettbewerb und der Druck auf die Preise wächst. Der dänische Weltmarktführer Vestas sah sich gezwungen 3.000 Stellen zu streichen und alte, dem Wettbewerb nicht mehr gewachsene Werke zu schließen", berichtet ökostrom.info am 05.01.2011. Der Markt trat eher auf der Stelle. Die Branche erwartete ein niedrigeres, aber nachhaltiges Wachstumsniveau. "Im Offshore-Bereich erreichte der Zubau 2010 erstmals nennenswerte Größe: 125 Megawatt. Allerdings führten die unsicheren politischen Rahmenbedingungen zu großer Verunsicherung. Banken hielten sich dann bei der Vergabe von Krediten eher zurück."

Unter Ausnutzung der Ereignisse in Fukushima, am 11.03.11, gelang es in einer groß angelegten Medienkampagne, mit maßgeblicher Unterstützung der Atomkraft-Gegner, das Tempo zu Gunsten der Windkraft-Energie, insbesondere der Off-Shore-Anlagen, gewaltig zu beschleunigen.

Dienstag, 3. Mai 2011

Greenpeace - Wegbereiter für Energiekonzerne

Unter der Absatz-Überschrift "Es geht auch anders" legt Greenpeace dem Energieriesen RWE nahe, sein Geld zukünftig mit erneuerbarer Energie (Kernenergie ausgenommen), zu verdienen. Greenpeace:
"RWE hat das Potential, einer der Player der Energiewende zu werden."
Greenpeace appelliert an den Konzern: Als finanzstarkes Großunternehmen könne es zum Beispiel in Offshore-Windparks investieren.
Wer sonst sollte sich diesen Markt einverleiben, wenn es mit den alten AKW und Kohle kein Geld mehr zu verdienen gibt, als die Energieriesen? Viele Anhänger von Atomkraft-nein-danke reiben sich verwundert die Augen, dass Bundeskanzlerin Merkel und nicht einer der ihren den ersten deutschen Ostsee-Windpark in Betrieb nimmt und für die Energiewende wirbt, weil sie der Greenpeace-Organisation aufs Wort glauben, wenn sie schreibt "Typisch RWE - wie Energiekonzerne Deutschland blockieren". Greenpeace pflegt hier besten Bildzeitungs-Stil und nutzt die Verwirrung der Atomkraft-Gegner schamlos aus, die Kernkraft mit "bösen", unwilligen Energieriesen in Verbindung bringen. Die Energieriesen hatten den neuen Markt schon längst abgecheckt und den Ausstieg nur hinausgezögert, weil die finanziellen Vorteile nicht groß genug waren. Das hat sich jetzt grundlegend geändert.
Greenpeace hat dabei geholfen. Es geht Greenpeace nicht um gesellschaftliche Alternativen, z.B. um die Schaffung vieler kleiner, dezentraler Einrichtungen, auf die viele der Atomkraft-Gegner hoffen. Greenpeace setzt auf auf die Konzerne, weil die über die notwendigen Finanzmittel verfügen.
Noch vor wenigen Monaten gab es in der Bevölkerung heftige Widerstände gegen Windkraftwerke, aber mit Fukushima war plötzlich alles anders: Fukushima bot die Grundlage für die beste PR aller Zeiten - Fukushima sells. Und die Gunst der Stunde haben grüne Konzernberater und die Konzerne genutzt.

Den Ostsee-Windpark rund 16 Kilometer vor der Halbinsel Darß/Zingst hatte EnBW vor drei Jahren gekauft. Ein weiterer, viermal so großer Offshore-Windpark (Baltic 2 vor Rügen) ist geplant. Und dabei hat EnBW im Unterschied zu den anderen Energiekonzernen RWE, Eon und Vattenfall das Thema Offshore-Windenergie als letzter für sich entdeckt.

Die entscheidende Frage aber ist: Sind Windkrafträder und Solarenergie wirklich die beste Wahl, um den Energiebedarf unseres Landes weitestgehend zu decken, oder sind sie nichts anderes als ein gigantisches Maschmeyer-Syndrom?